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Für alle, die gerne wissen möchten, was bei meinem Seminar Basis-Weinwissen 2 geschieht, schildere ich in lockeren Worten, was die Teilnehmer am 23. Februar 2012 von 20.00 bis 01.00 Uhr so alles erlebten. Dafür nutze ich natürlich nicht nur meine eigenen Worte, sondern auch die der Teilnehmer. So durfte ich mir von einem Teilnehmer sagen lassen: Schwarze Gläser, perfide Weinauswahl – Rache! Wieso will er Rache üben? Woran? An wem? An den Weinen? An den Gläsern? Oder gar an sich selbst, weil er die Weine nicht erkannte, die er allesamt schon kannte? Aber schön der Reihe nach.
Alle Teilnehmer hatten zwei schwarz gefärbte und identisch gefüllte Weingläser vor sich stehen. Das schwarze Glas macht es unmöglich, die Farbe des Weins zu erkennen. Um das Sehen beraubt, mussten sich alle auf ihre Nase und anschließend den Gaumen verlassen, um herauszufinden, welche Weine sich im Glas befanden. Selbstverständlich hatten beide Weine die gleiche Trinktemperatur, um es nicht zu einfach zu machen. Den Rotwein (Spätburgunder von Schloss Schönborn) konnten alle Teilnehmer anhand des Geruchs und des Geschmacks mehr oder weniger sicher zuordnen.
Der zweite Wein hingegen erwies sich als harte Nuss. Alle Teilnehmer waren sich nicht wirklich sicher, ob es ein Weißwein sein könne und die unterschiedlichsten Theorien wurden genannt. Als ich die Teilnehmer bat, den Wein in ein klares Glas umzufüllen, sprach aus den Augen pure Verwunderung. Sie sahen ein leuchtendes Rot und einige waren verblüfft, dass sie einen Rosé getrunken haben sollen. Der Geruch des Weins wollte einfach nicht zur Farbe passen und allen wurde deutlich, dass wir allein wegen der Farbe schon eine gewisse Geschmacksrichtung erwarten. Um welchen Wein es sich wirklich handelte, werde ich hier nicht auflösen – schließlich möchte ich noch andere Teilnehmer mit dieser Aktion überraschen.
Nachstehend stelle ich gerne wieder die kurzen Verkostungsnotizen aller Teilnehmer zu den Weinen des Abends vor, so dass sich ein recht komplexes Geschmacksbild ergibt.
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Wir blieben in Südamerika und widmeten uns einem 2006er Cabernet Sauvignon von der Bodega Septimus in Argentinien.
Aromen von Heu, Gras und Kräutern | Weckt das Bild von leicht fermentierten Grasresten rund um das Messer eines Rasenmähers | Anklänge von Liebstöckel | Hollunder | Vanille | Assoziation mit einem Cowboy, der braunes Lederzeug trägt und in einem Saloon sitzt
Auch wenn die Assoziationen von Cowboy und Rasenmäher beim ersten Lesen sicher schmunzeln lassen, so liegt beiden die selbe Aromengruppe der Aldehyde zu Grunde.
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