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Aus der Welt des Weins

2 Köpfe und ihre Weine - Weingut Brummund

Zwei junge Brüder, die auf ihren Weinetiketten mit einem Scherenschnitt der eigenen Gesichter werben, tendieren entweder zum Größenwahn oder haben ein gesundes Selbstbewusstsein ...

Mit der Gestaltung ihrer Etiketten treten sie in verdammt große Fußstapfen; schließlich bewerben niemand anderes als die beiden weltberühmten Winzer Baron Philippe de Rothschild (Château Mouton-Rothschild) und Robert Mondavi (Robert Mondavi Winery) schon seit 1980 ihr Gemeinschaftsprojekt "Opus One" auf die gleiche Art und Weise. 

Und um dem ganzen das Tüpfelchen auf dem i zu verpassen, setzen Andreas und Philipp von der Weinmanufaktur Brummund ebenfalls ihre Vornamen auf das Etikett. 

Was ein Franzose und ein Amerikaner können, ist ihnen gerade gut genug. So weit die Parallelen. Heute lasse ich ihre Weine sprechen ...

Philipp Brummund habe ich im April auf der Weinmesse RLP in Leipzig kennen gelernt und war direkt von seinem offenen Wesen sowie seinen modernen Ansichten zum Weinanbau und Weinmarketing positiv angetan. Nach dem zuvor veröffentlichten Gastbeitrag von Philipp ist es heute an der Zeit drei ausgesuchte Weine der beiden Brüder vorzustellen. Schließlich wollte ich zu gern wissen, ob die beiden rheinhessischen Winzer das Zeug dazu haben, eines Tages ähnlich große Weine wie Opus One zu produzieren.

Selbstverständlich verkostete ich die Weine nicht allein, sondern mit acht Weinfreunden, deren Meinung mir besonders wichtig ist. Zunächst testeten und bewerteten wir die Weine - im Rahmen einer Blindprobe - unabhängig voneinander, um unvoreingenommen nur dem eigenen Geschmack zu vertrauen. Anschließend besprachen wir unsere Eindrücke und waren überrascht, wie einheitlich wir die Weine für uns empfanden.

2015 Chardonnay trocken 

Der erste Wein in den Gläsern war der 2015er Chardonnay, der die Messlatte für die weiteren Weine direkt hoch legte. Die typischen Aromen der Chardonnay - Apfel, Melone und Banane - wurden von allen Weinfreunden direkt entdeckt. Besonders lobenswert herausgehoben wurden die mineralischen Anklänge sowie die frische und zugleich milde Säure, die den Wein gemeinsam stützen. Da verwundert es mich nicht, dass Andreas und Philipp ihrem Wein zu Recht eine Lagerfähigkeit bis 2020 aussprechen.
Preis ab Weingut - € 7,40



2015 Rosé trocken

In Deutschland werden Roséweine immer beliebter, umso erfreuter war ich, dass ich meinem Verkostungsteam eine 2015er Rosé Cuvée anbieten konnte. Anstatt den Wein zu beschreiben, lasse ich die Bilder sprechen, die den Testern in den Sinn kamen: Kanufahrt auf einem See, Boulespiel in Südfrankreich, Grillabend mit Freunden, ein gutes Buch und diesen erfrischenden Rosé. Ich denke, dem muss ich nicht mehr viel hinzufügen, oder? Oder vielleicht doch - dieses pure Trinkvergnügen ist für grandiose € 5,70 ab Weingut erhältlich.




2014 Weisser Burgunder - S -

Warum ein Weißwein mal Weißburgunder, Weissburgunder oder Weisser Burgunder heißt, ist ein Thema für sich, wenn dann auch noch ein -S- mit auf dem Etikett prangt, erscheinen noch mehr Fragezeichen auf den Gesichtern von Weinfreunden. Nur gut, dass meine Weinfreunde den Wein blind verkosteten und sich nicht mit diesen Gedanken/Fragezeichen beschäftigen mussten. 

Stattdessen genossen sie einen Weißburgunder, der nicht nur mit seinen fruchtigen Aromen, sondern auch durch seine deutlichen Holznoten zu überzeugen weiß, die den Wein angenehm stützen. Und bevor ich Gefahr laufe, mich in Lobhudeleien über die beiden Jungs und ihre Weine zu verlieren, mache ich dem Namen Weinkritiker alle Ehre und bringe Kritik an! Bei diesem Selektionswein (dafür stammt nämlich das S auf dem Etikett) wirken die Aromen leider fragmentiert.
So schmeckten wir erst die Holzaromen und anschließend die fruchtigen Aromen von Aprikose und Apfel. Das ist zugegebenermaßen eine Art von Kritik, die nicht jedem direkt auffällt, aber dann und wann muss auch ich den Weinkenner heraus hängen lassen. Diese Fragmentierung der Aromen wirkt sich nicht negativ auf die Trinkfreude aus, dennoch möchte ich Andreas und Philipp damit einen kleinen Gedankenanstoß geben, wie sie ihre tollen Weißburgunder vielleicht noch ein wenig besser machen können. 
Preis ab Weingut - € 9,85

FAZIT

Die Brüder füllen die Fußstapfen von Philippe und Robert noch nicht aus, um einem Opus One ernsthaft Konkurrenz zu machen. Vor dem Hintergrund, dass sie ihre Weinmanufaktur Brummund erst 2015 gründeten, sind sie jedoch auf einem guten Weg. Ihre Weine machen schon heute jede Menge Spaß, so dass ich den Weg der beiden sicher weiter verfolgen werde. Und Du solltest diesen Bericht nicht nur lesen, sondern die Weine direkt bestellen :)

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