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Aus der Welt des Weins

Italiener im Baströckchen - ein Fiasko?


Katharina Haase von TxB Fine Wines bat mich, einen Italiener vom toskanischen Weingut Ruffino zu verkosten und zu beschreiben, der eine Art Renaissance der Bastflaschen einläuten soll. 

Als ich die Flasche erblickte, dachte ich an alte Studententage zurück: kaum Geld auf der Tasche, aber tierischen Weindurst. Und da es in den 80er Jahren des letzten Jahrtausends als schick galt, trocken und international zu trinken, griff auch ich nach den - bis über 2 Liter fassenden - Glasflaschen im Bastrock, die für viele der Inbegriff der italienischen Trinkkultur waren. In nahezu jedem Ristorante oder jeder Pizzeria waren diese Flaschen zu entdecken - aber leider im Laufe der Zeit mit oftmals äußerst traurigem Inhalt, so dass mein Interesse an Chianti generell immer mehr verblasste.

Mit dem Jahrgang 2011 wagt die Familie Folonari, die heutigen Eigentümer dieses traditionellen und hoch dekorierten Weinguts, einen Chianti Superiore D.O.C.G. als Literflasche im Baströckchen, das aus umweltfreundlich zertifizierten Papier besteht, auf den Markt zu bringen. Insgesamt macht die Flasche einen sehr hochwertigen Eindruck und auch das Etikett weiß zu gefallen. Apropos Flasche: als Flaschenform wurde die ikonische bzw. kultige toskanische Flaschenform namens 'Fiasco' gewählt. Mit diesem Wissen im Hinterkopf entkorkte ich den Wein und hoffte, dass der Flaschenname sich nicht auf den Inhalt in Form eines Fiaskos übertragen lässt.

Der Wein - übrigens eine Cuvée aus 70% Sangiovese sowie Cabernet Sauvignon, Syrah und Merlot - hat eine sehr schöne, tiefrote Farbe mit violetten Reflexen und verströmt Aromen von Kirsche, Pflaume und Gewürzen. Der mittelschwere und zugleich intensive Körper des Weins präsentiert kräftige Tannine, gute eingebundene Säure und viel Frucht. Leider trübten mir die Tannine den Trinkgenuss ein wenig, da sie ein wenig "grün" und beißend wirkten; sie machten diesen Wein für mich zu keinem Wein, den ich abends als Solist zu einem Buch genießen würde. Auch nach längerer Belüftung hatte ich Schwierigkeiten mit dem Tannin. Dennoch denke ich, dass dieser Wein ein passender Begleiter zu Pasta, Pizza und schön gekräuterten Gericht sein kann.

Wie immer entspricht diese Verkostungsnotiz meinem subjektiven Geschmacksempfinden. Andere (z.B. Drunkenmonday), die den Wein verkostet haben, störten sich nicht an dem Tannin, so dass ich empfehle: mache Dir Dein eigenes Bild von diesem Wein und vielleicht teilst Du Deinen Eindruck hier als Kommentar mit?

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