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Aus der Welt des Weins

Inflation des Sommeliers?

Auf dem Genussblog der Metro las ich heute einen interessanten Artikel über den Bierfachmann Stephan Butz, der sich selbst als geschulter Biersommelier bezeichnet. Diese Kombination aus Bier und Wein ist mir schon zuvor einige Male über den Weg gelaufen, so dass ich mir so meine Gedanken dazu machte ...


Nomen est Omen: In der Genusswelt gilt der Sommelier als anerkannter Fachmann für Wein, Speisen und Genuss. Gemäß des französischen Ursprungs dieser Berufsbezeichnung, bedeutet das Wort ins Deutesche übersetzt Weinkellner. Daher ist es nicht verwunderlich, dass der Sommelier oder die Sommelière in erster Linie in guten Restaurants anzutreffen ist. Dort stehen diese Fachkräfte für Fachwissen, Beratungskompetenz und Serviceorientierung. So weit, so gut.

Was wenige hingegen wissen, ist, dass der Titel Sommelier rechtlich nicht geschützt ist. Eine einheitlich und allgemein anerkannte sowie rechtlich geschützte Ausbildung ist in Deutschland zumindest nicht vorhanden. So kann sich quasi jeder mehr oder minder geschulte Mitarbeiter in der Gastronomie Sommelier nennen. Wie weit es in solchen Fällen um die Fachkompetenz gestellt ist, lasse ich hier einmal dahin gestellt.
Daneben gibt es aber löblicherweise noch den Titel Geprüfter Sommelier (IHK). Dabei handelt es sich um einen öffentlich-rechtlich anerkannten Abschluss, der vor einer IHK abgelegt wird.

In letzter Zeit nutzen auch andere Fachkräfte die "Strahlkraft" des Begriffs Sommelier für ihre eigenen Zwecke. So gibt es, wie in dem Artikel des Metro Genussblogs vorgestellt, auch einen Biersommelier. Aber auch Mineralwassersommeliers, Kaffeesommeliers und viele mehr sind immer häufiger anzutreffen. Wenn ich hier nochmals die Übersetzung heran ziehe, so wäre der Biersommelier sozusagen ein Bierweinkellner. Das klingt schon arg komisch, oder?

Letztendlich kann ich verstehen, wenn Menschen versuchen, ihr eigenes Wissen mit einem griffigen und bekannten Namen in Verbindung zu bringen, um so Kompetenz und Anerkennung zu suggerieren. Aber hilft dieser inflationäre Umgang mit dem Begriff Sommelier wirklich? Läuft der einst respektierte und hoch angesehene Begriff nicht vielmehr Gefahr, auf diese Art und Weise verramscht zu werden?

Das Bier-Fachwissen eines Biersommeliers möchte ich mit meinen Gedanken sicher nicht in Abrede stellen. Da es jedoch keine offizielle oder gar einheitliche Ausbildung für diese junge Berufsbezeichnung gibt, würde ich mir wünschen, dass der Sommelier dem Weinkellner vorbehalten bleibt. Sollen andere Fachkräfte doch erst einmal beweisen, dass sie diesen renommierten Titel mit Fug und Recht tragen dürfen.

Wie denkst Du darüber?

Kommentare:

Claudia hat gesagt…

Vielleicht sollte der Bierkellner dann Biermelier heißen? ;-)

Bettina Ehrling hat gesagt…

Sehr aufschlussreicher Artikel, dafür danke schön.

Huub Dykhuizen hat gesagt…

Danke für Dein Lob, Bettina. Es freut mich, dass Dir der Artikel gefallen hat.