Freitag, 27. April 2012

2010er Ürziger Würzgarten, Riesling, QbA, Trocken, "Vom roten Stein", S.A. Prüm

Eine sympathische Weinfreundin sandte mir schon vor einiger Weile den 2010er Riesling Ürziger Würzgarten "Vom roten Stein" vom Weingut S.A. Prüm, verbunden mit der Bitte, diesen Wein zu verkosten. Generell trinke und verkoste ich Weine bekanntermaßen gern und halte mit meiner subjektiven Kritik nicht hinterm Berg. Das gilt auch für Weine, die mir Freunde zur Verkostung anbieten ... Ich gebe zudem gerne zu, dass ich mich mit der Bewertung dieses Weins schwer getan habe und so bat ich zwei weitere Weinfreunde um ihr persönliches Urteil. Interessanterweise deckten sich ihre Bewertungen mit meiner, so dass ich mit meiner Meinung nicht allein stehe. 

Das Weingut S.A. Prüm ist Mitglied im Verband der Deutschen Prädikatsweine (VDP) und hat seinen Sitz in der Gemeinde Bernkastel-Wehlen im Anbaugebiet Mosel.  2006 pachtete das Weingut unter anderem Rebflächen in den bekannten Mosel-Einzellagen Erdener Treppchen und Ürziger Würzgarten vom Weingut Reinold Oster und vermarktet die Weine unter eigenem Namen.

Das traditionelle Etikett ist sicher nicht jedermanns Geschmack, aber es gilt schließlich nicht das Etikett sondern den Wein zu bewerten. Allerdings komme ich nicht umhin zu kritisieren, dass ein traditionelles Etikett, bei dem per Thermotransferdruck der Name des Weins nachträglich eingefügt wird, bei mir kein Gefühl von Wertigkeit aufkommen lässt. 


In der Nase dominieren mineralischen Noten, die es schwer machen den Riesling im Glas zu erkennen. Im Hintergrund klingen Aromen von getrockneten Kräutern, Steinobst und Zitruszesten an. Das Aromenspiel macht auf jeden Fall neugierig und man freut sich auf den ersten Schluck. 

Beim ersten Schluck setzt sich die Nase fort. Ich erkenne den Riesling einfach nicht! Die rieslingtypische Fruchtigkeit vergleichbarer Weine, wirkt bei diesem Wein allenfalls arg eingetrocknet. Sie wird von den starken mineralischen Noten dominiert, und ich komme nicht umhin zu sagen, dass diese Mineralik mich an einen der beiden Klitschko-Brüder erinnert. Sie kommt wie eine Eisenfaust daher, und erschlägt den Wein brachial in der ersten Runde. Insgesamt hat der Wein selbst zweifelsohne Kraft und Schmelz, aber er ist trotz seiner süß-öligen Struktur einfach zu eindimensional. Zudem ist mir der Wein mit der Geschmacksrichtung schlichtweg zu süß. 

Für einen Wein aus dieser Lage und angesichts seines stolzen Verkaufspreis (zwischen 16 und 21 Euro - je nach Händler) bleibt für mich nur ein fades Fazit: Ich muss meiner Weinfreundin Carmen (die mir den Wein schenkte) hier und heute sagen, dass der Wein bei mir und meinen Mitverkostern mit Pauken und Trompeten durchfiel. Schade eigentlich, denn ich hatte mich auf den Wein wahrlich gefreut ... 

Groetjes - Huub


Reaktionen:

4 Kommentare:

Das ist aber wirklich schade das dieser Wein nicht sehr gut war.

Wie mit allen subjektiven Eindrücken ist es auch beim Wein - dem einen schmeckt es, dem anderen nicht. Deswegen muss der Wein nicht generell schlecht sein. Kritisch wird es für den Wein und Winzer nur dann, wenn viele einen Wein als schlecht empfinden ...

Apropos subjektive Meinung: Euer Blog gefällt mir gut, so dass ich ihn direkt verlinkt habe.

Hallo Huub, die Mineralik mit Boxhandschuhen ist hübsch gesagt. Schade, dass Dir der Wein nicht so gut geschmeckt hat. Was machst Du denn jetzt mit den anderen Flaschen?

Guten Start in die Woche!

Liebe Grüße

Carmen

noch ein glück das restsüsse vorhanden war, sonst wurde den wein slechter ausehen?