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Aus der Welt des Weins

Ökologische Tropfen für die Bloggergemeinde ...

Vor gut zwei Wochen suchte der im positivsten Sinne umtriebige Dirk Würtz über seinen Facebook-Account nach Bloggern, die Weine von 20 unterschiedlichen Mitgliedsbetrieben von EcoVin verkosten und vorstellen möchten. Zunächst fragte ich mich, ob ich mir dicke Magenscheidewände gleich mitbestellen sollte. Schließlich waren biologisch angebaute Weine lange Zeit nur von ‚verklärten' Öko-Freaks mit selbstgeklöppelten Norwegerpullis und Latzhosen trinkbar. Bevor ich hier nun über die Vor- und Nachteile ökologischen Anbaus referiere, überlasse ich es jedem Leser selbst, sich auf der Webseite von EcoVin darüber zu informieren. Es lohnt sich auf jeden Fall, die übersichtlich gestaltete und informative Webseite zu besuchen.
Dieses Vorurteil gegenüber ökologisch angebauten Weinen gehört bekanntermaßen auf den Scheiterhaufen der Geschichte. So zeigte ich Dirk mein Interesse an, und ehe ich mich versah, klingelten drei Flaschen an meiner Haustür. Sie stellten sich als Hothumer Stöffelche, Grüner Silvaner und Riesling Muschelkalk aus dem Hause Hothum Wein- und Sektgut am Rothes aus Rheinhessen vor. Ich freute mich sehr, die Bekanntschaft mit Ihnen zu machen, drohte ihnen aber zugleich, dass ich sie gnadenlos von ihren lobenswerten Schraubverschlüssen befreien werde, um ihren Inhalt ausgiebig inspizieren zu können.
Der erste Schraubverschluss, der sich mir beugen musste, gehörte der Literflasche Hothumer Stöffelche. Der Wein leuchtet herrlich im Glas und betört mit einem tropischen Fruchtcocktail an Aromen, die sich auch im Mund wiederfinden. Eine sanfte Säure und 12,5 % Vol. Alkohol machen den Wein zum angenehmen Solisten oder Begleiter einer deftigen Brotzeit. Allerdings kann ich mir ein ABER nicht ganz ersparen: der Wein sollte nach dem Öffnen stets schnell getrunken werden. Sobald der Wein etwas wärmer wird, verliert er seine Fruchtigkeit und schmeckt dann leider nur noch langweilig und fruchtleer.
Fazit: ein grundehrlicher Zechwein, der über kurze Zeit großen Spaß bereiten kann. Für den Preis - von gerade einmal 3,90 € - ist der Wein ein echter Kauftipp.

Als Zweites wurde der Grüne Silvaner entschraubt, der mit einer Banderole der Selection Rheinhessen und der Aufschrift Alte Reben anzeigt, dass er den besonderen Regeln des Rheinhessenwein e.V. entspricht. Der 2009er stammt von sechzehn Jahre alten Rebstöcken, die in der Lage Apisheimer Sonnenberg gepflanzt wurden. Im Glas ließ er mich anfangs ratlos zurück. Ich hatte echte Schwierigkeiten, aus dem sehr zurückhaltenden Bukett Aromengruppen heraus zu riechen; von einzelnen Aromen ganz zu schweigen. Auch der erste Schluck brachte keine weitere Klarheit. Also ließ ich den Wein einige Zeit stehen und freute mich auf das Abendessen: Weinsauerkraut, Kasslerbraten und Kartoffeln. Nach einigen Bissen probierte ich erneut den Wein. WOW – das war zumindest mein erster Gedanke. Der Wein präsentierte urplötzlich feine Aromen von gelben Früchten und war mit seiner feinen Säure ungemein saftig zu trinken. Wein und Speisen harmonierten jedenfalls hervorragend!
Fazit: Dieser Wein für 9,90 € ist ein Wein, der sicher noch einige Zeit in der Flasche reifen kann, um seine ganze Frucht und Tiefe zu präsentieren, zum Essen ein toller Begleiter.

Last not least – der Riesling. Nicht irgendein Riesling. Sondern ein Riesling vom Muschelkalk, aus dem nicht ganz so einfachen Weinjahr 2010. Generell gelten Muschelkalkböden als eher schwierige Untergründe im Weinbau, aber gerade deshalb können tolle Weine mit eigenem Charakter hervorgebracht werden, die sehr mineralisch ausfallen können. Im Glas duftete der Riesling eher verhalten und ich brauchte einige Zeit, bis ich rebsortentypische Aromen entdecken konnte. Auch am Gaumen tat ich mich schwer, den Riesling zu entdecken. Um kein vorschnelles Urteil zu fällen, entschloss ich mich, auch diesen Wein über zwei Tage hinweg zu verkosten, um sein ganzes Spektrum entdecken zu können. Leider konnte mich der Wein auch am zweiten Tag nicht zu 100% überzeugen. Vielleicht liegt es auch nur an mir? Oder doch am Wein?
Fazit: Für mich war es kein Wein, der mich direkt begeistern konnte. Aber das bedeutet rein gar nichts, denn jeder Jeck ist anders, wie es so schön heißt. Das Weingut sieht diesen Riesling hingegen als einen ihrer Premiumweine an. Mit 6,00 € wird er jedenfalls sehr fair angeboten und kann wie alle anderen Weine direkt über die Homepage des Weinguts bestellt werden
Apropos Homepage: Die Online-Präsenz vom Wein- und Sektgut Hothum ist meines Erachtens verbesserungswürdig. Ich kann gar nicht sagen, wie ärgerlich ich die Navigation fand. Bis ich endlich zu den gewünschten Weinen kam, musste ich etliche Anläufe starten, da sich Unter- und Rolldownmenüs nur arg diffizil bedienen lassen. Umso ärgerlicher, dass ich zu den Weinen (bis auf den Silvaner und einen anderen Riesling) leider keine weiterführenden Informationen finden konnte. Schade eigentlich, denn ich glaube, dass würde die Kaufentscheidung manches Kunden positiv beeinflussen.

Die Verkostungsnotizen der anderen Aktionsteilnehmer findest Du hier:

  1. Schiller Wein – Weingut Hubertushof
  2. Alice im Wunderland – Weingut Hirschhof
  3. Kulinarischer Salon – Weingut Hahn
  4. Peer F. Holm – Weingut Faust
  5. Baccantus – Weingut Georg Forster
  6. Blind-Tasting-Club – Weingut Schönhals
  7. Weingut zur Römerkelter - Born to bee wild
  8. Unrasiert und fern der Heimat
  9. ZFB - Zeit für Biowein
  10. Weingut Castel-Peter
  11. Dreimal Weingut Zähringer in der Verkostung
  12. Geschmacksgipfel oder Hanfpullover?
  13. Bio. Logisch.
  14. Zeit für Biowein - Gallushof
  15. Weinverkostung - ein Versuch
  16. 25 cl - Weingut Stutz

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