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Aus der Welt des Weins

Fällt dem Handel nichts besseres ein?

Die Überschrift ist sicher provokant gewählt und ich habe sie auch bewusst so gewählt. Schon mehrfach habe ich die Flut der Punktebewertungen hier kritisch beleuchtet und dachte stets, das Ende dieser unsäglichen Fahnenstange sei endlich erreicht. Aber weit gefehlt. Eine große SB-Warenhauskette hat mir gezeigt, dass dem Handel scheinbar wirklich nichts besseres einfällt, als ihre Weine via fleißiger Punktevergabe zu vermarkten. Wenn keine Parkerpunkte für einen Wein zu finden sind, dann werden halt andere "Punktelieferanten" heran gezogen. Gerne wird dabei auf die statistik- und punkteverliebten amerikanischen Weinkritiker vom WineSpectator zurück gegriffen. 

Aber mal ehrlich, wer kennt in Deutschland René Gabriel und dessen 20-Punkteskala? (Es handelt sich dabei um einen wirklich fachkundigen Schweizer Weinkritiker, aber damit weiß der Otto-Normal-Im-Supermarkt-Weineinkäufer ohne zusätzlichen Rechercheaufwand nicht, was dessen Punkte aussagen.) Den Vogel schießt dieser Supermarkt meines Erachtens mit seinen eigenen vergebenen Punkten ab. Generell soll jeder selbst entscheiden, wie er seine Produkte vermarkten möchte. Ich finde es hingegen als wenig transparent, wenn Punktebewertungen abgedruckt werden, denen keine Erklärung beiliegt. Wer versucht, das Faltblatt mit der Erklärung zur Punktevergabe online aufzurufen, stößt lediglich auf eine Fehlermeldung. Vielleicht liest ein Mitarbeiter des Unternehmens diese Zeilen und klärt uns alle auf? Meines Erachtens geht nichts über eine persönliche Beratung. Das muss nicht zwingend im Fachhandel sein, auch größere Ketten beschäftigen zum Teil fachkundiges Personal (auch wenn man dieses Personal wahrscheinlich so selten findet, wie die Nadel im Heuhaufen), das dem Kunden die Punkte und die zu Grunde liegenden Bewertungen erläutern kann.


Wie denkst Du über diese Punkte-Manie?

Kommentare:

Bastian Foerg hat gesagt…

Als Orientierung gedacht, zum Marketinginstrument verkommen. Auch ich habe da meine Erfahrung gemacht. Nachdem deutsche Winzer mit Medaillen überschüttet werden greift hat uns der Wahnsinn auch international eingeholt. Wie hier eindrucksvoll belegt wird, dienen Punkte mittlerweile leider primär der Vermarktung - also Vorsicht!
Mein Erlebnis mit 97 Punkten gibts hier zum Nachlesen http://geschmacksreich.de/2011/11/22/brunello-mit-97-parker-punkten-im-test/
90-Punkte-Weine bei Aldi aktuell im Test:
http://www.mankannsessen.de/content/die-parker-aldi-weinverlade-azumbre-verdejo-rueda-2010-von-aldi-s%C3%BCd

Oh Dae-su hat gesagt…

Hi,

du hast geschrieben: "Den Vogel schießt dieser Supermarkt meines Erachtens mit seinen eigenen vergebenen Punkten ab".
Stimmt absolut. Ganz meine Meinung. Ich bin sowieso nicht sehr punkteaffin. Schlimmer finde ich noch, dass eine sehr renommierte Weinhandelskette, mit einem See- oder Küstenvogel im Namen, schon wieder ein Vogel der abgeschossen wird ;-), diese Praktik schon seit einigen Jahren durchzieht. Das geht meiner Meinung nach tendenziell schon in die Richtung einer arglistigen Täuschung der Kundschaft.

Gruss

duni hat gesagt…

Natürlich belächeln wir alle den Punktewahn der Discounterreklame und machen uns über die Verlade in LEH-Werbeprospekten etc. lustig. Nur hilft uns das nicht weiter. Was ich hier ohne polemik nur kurz anreisse, weiss natürlich asuch ein jeder: Der Großteil des in Deutschland getrunkenen Weines wird im Supermarkt erworben. Die Durchschnittspreise für Wein im Supermarkt belaufen sich von Aktionsangeboten abgesehen auf wenige Euro, der Durchschnittswein aus dem Supermarkt ist objektiv verkostet wenig schmackhaft, selten sorten/regionstypisch, kann Weinfehler haben etc.: DAS sind also die Weine, mit denen der überwiegende Anteil der Weintrinker hierzulande sozialisiert wird! Diesen Kunden, denen wenig Ahnung in Bezug auf Wein vermittelt wurde,die mangels Erfahrung kein vernünftiges Bezugssytem für Wein, seine Qualität und Preis besitzen, müssen jetzt wort-und punktreich in Aktionen "besondere "Flaschen angepriesen werden; schlichtweg, weil den meisten Trinkern jegliche noch so simpel gestrickte Kompetenz zum eigenen Urteil fehlt! Das ist mE der eigentliche Skandal im Punktewahn von Globus, Aldi etc.