Aktuelle WeinNews

[WeinNews][grids]

WeinWissen

[WeinWissen][grids]

Gastbeiträge von Weinfreunden

[Gastbeitrag][bleft]

Interessante WeinEvents

[WeinEvents][twocolumns]

Aus der Welt des Weins

Der Wahnsinn der Punkte

Bei drei Punkten auf gelbem Grund wissen wir alle, dass wir einen Menschen mit einem Handicap vor uns haben. Sechs Punkte auf dem Würfel, lassen uns in manchen Spielen noch einmal würfeln - aber wie sieht es mit der Deutlichkeit von Punkten aus, die zur Weinbewertung heran gezogen werden? Neben der berühmt berüchtigten 100 Punkteskala von Robert Parker (und allen anderen Weinkritikern, die seine Punkteskala übernahmen) sind gelegentlich auch noch 20 Punkteskalen zu sehen, deren Sinn mir persönlich noch weniger einleuchten, als die 100 Punkteskalen.

Bildquelle - Newsletter VinoCuria.de
Noch schlimmer wird das Ganze, wenn auch Händler ihre eigenen Punkte vergeben. So erhielt ich heute vom 'Nabel der Weinwelt' Buxtehude-Immenbeck den Newsletter eines dort ansässigen Weinhändlers, der seine Weine stolz mit 84 bzw. 89 Punkten versehen hat. Was will mir der Händler mit dieser Punktevergabe sagen? Nun könnte ich die Frage in bester und vielsagender Fußballermanier selbst beantworten: 
"Gut, ich sage jetzt mal, die Flasche hat 'nen Korken und das Flüssige muss in das Kehlige. Und je mehr VCP desto besser kann ich den Inhalt versenken."
Aber mal ehrlich - so wie die vorherige Antwort Nonsens ist und im wahrsten Sinne des Wortes keinen Sinn ergibt, so ergeben auch die selbst verteilten Punkte keinen Sinn. Wenn es bei Parker schon schwierig ist, seine vergebenen Punkte mit dem tatsächlichen Geschmack in der Flasche in Einklang zu bringen, so wird es bei selbst vergebenen Punkten, deren sensorische Findung kaum jemand nachvollziehen kann - unmöglich. Du findest sensorische Findung unmöglich? Nun, irgendein Maßstab muss für die VCP ja vorhanden sein, und am ehesten lassen sich sensorische Eindrücke in Punkte wandeln, oder? Jedenfalls weiß ich nicht, ob 84 VCP 84 Parker-Punkten entsprechen, oder ob sie schlechter oder besser sind ...

Meines Erachtens versuchen Händler, die eigene Punkte vergeben, nur auf den Erfolgszug von Parker und Konsorten aufzuspringen. Und so wenig wie Buxtehude-Immenbeck der Nabel der Weinwelt ist, so wenig unverwechselbar und transparent sind selbst vergebene Punkte für den Kunden. Für mich ist das eher ein Armutszeugnis, oder siehst Du das anders?

Gepunktete Grüße - Huub


Kommentare:

Weindeuter hat gesagt…

VCP Punkte - herrlich... Auch in der Weinzeche Essen werden neuerdings "Karl Richter" - Punkte vergeben. Es ist ja nicht so, daß die Händler schlechte Verkoster sind. Für viele Kunden sind die Punkte ein einfaches Signal = gut = kaufen.

Auch viele Weinblogger geben ja ihren verkosteten Weinen Punkte, ich mach das allerdings nicht.

ophelia hat gesagt…

Nunja, aber wird ein Händler, der seine Weine selbstverständlich verkaufen möchte, diese im Fall der Fälle tatsächlich schlecht bewerten?

Huub Dykhuizen hat gesagt…

Hallo Ophelia,

wenn ich einmal davon ausgehe, dass der Händler sich an der Punktebewertung von Robert Parker orientiert hat, dann sind 84 Punkte kein wirklicher Kaufanreiz.

ophelia hat gesagt…

Ich verstehe...und deshalb hat er den Wein in seiner Werbung? Dann wäre er kein guter Kaufmann...