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Aus der Welt des Weins

Wer trägt die Schuld für falsch gereifte Weine?

Mal rein hypothetisch gefragt: Denkst Du es ist möglich, einen Produzenten von synthetischen Korken zu verklagen, weil der damit verschlossene Wein nicht perfekt reifte? Der Wein-Guru Robert Parker behauptete, dass eine derartige Klage große Aussicht auf Erfolg habe. Seine Behauptung bezieht sich auf eine Diskussion, die er auf seiner Webseite führte. Es wurde diskutiert, wie 2001er Weine aus Kalifornien nach zehn Jahren Reifung schmeckten, die mit synthetischen Korken verschlossen wurden. 

Etliche Weine, die mit synthetischen Korken verschlossen wurden, waren nicht mehr trinkbar, sie waren hoffnungslos oxidiert. Kunstkorken tendieren leider oftmals dazu, mit der Zeit zu schrumpfen, so dass Sauerstoff an die Weine gelangen kann. Der Wein oxidiert somit im Laufe der Lagerung. Aus diesem Umstand leitete Parker gute Chancen ab, die Hersteller dafür zur Rechenschaft zu ziehen. 

Wenn die Weine als Renditeobjekt gekauft und gelagert wurden, ist das natürlich sehr ärgerlich. Und ich kann verstehen, dass in solchen Fällen über die Produkthaftung nachgedacht wird. In einem Land wie den USA, in der Produkthaftung einen teilweise skurrilen Stellenwert hat, könnte es recht gut möglich sein, den Hersteller erfolgreich zu verklagen. Aber sind die Chancen auf eine erfolgreiche Klage wirklich so groß? Nach meinem Wissen liegt noch kein Präzedenzfall vor, weder in den USA noch in Europa. In Europa dürfte eine diesbezügliche Klage zudem weniger Chancen auf Erfolg haben, da unsere Gerichte eine andere Produkthaftungsmentalität pflegen. 


Mal Hand aufs Herz: Wer käme andererseits auf die Idee einen Produzenten von natürlichen Korken zu verklagen, wenn der berüchtigte Korkfehler (2,4,6-Trichloranisol - kurz TCA) wieder zugeschlagen hat? Dieser ärgerliche Fehler tritt leider allzu häufig auf, die Hersteller von natürlichen Korken müssten daher mit den gleichen Haftungsrisiken wie die Hersteller von synthetischen Korken betrachtet und bewertet werden. Mir ist nicht bekannt, Ob Parker ebenfalls gute Chancen für einen Schadensersatz für fehlerhafte Weine durch TCA prognostiziert.

Außerdem wurde bei der gesamten Betrachtung noch völlig außer Acht gelassen, dass auch andere Aspekte zu fehlerhaften Weinen führen können: unsaubere Abfüllung, falsche Lagerung etc. Parker beschreitet mit seinen Aussagen somit einen recht gefährlichen und oberflächlichen Weg, wenn er nach zehn Jahren Lagerung mit planlosen Schuldzuweisungen hantiert. Du siehst, das ganze Thema ist recht komplex, schwierig und sicherlich nicht allgemein gültig zu betrachten. Mit diesem Post kann ich nur einen kleinen Denkanstoß geben, letztendlich bleibt es jedem selbst überlassen, welche Weine gekauft werden: Natur- oder Synthetikkork oder doch Dreh- oder Glasverschluss? 

Da fällt mir abschließend etwas anderes ein: Ab welchem Punkt ist eigentlich Parker haftbar, wenn er zum Beispielt schreibt, dass ein Wein seine optimale Trinkreife von 2011 bis 2025 hat? Was ist, wenn der Wein innerhalb dieses Fensters nicht mehr gut ist, ich den Wein aber aufgrund seiner Beurteilung gekauft habe? 

Met een knipoog - Huub 

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