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Aus der Welt des Weins

Avanti Tschianti

Avanti Tschianti? Spinnt der Huub nun komplett? Es weiß doch jede/r, dass der Wein nicht Tschianti sondern "Kianti" ausgesprochen wird. Oder vielleicht doch nicht?

Da mein Blog die Welt der Weine allen Weinfreunden näher bringen soll, möchte ich bekanntlich auch Weinanfängern die richtigen Informationen bieten. Und Du ahnst gar nicht, wie oft ich schon Tschianti hören durfte oder musste. Damit sollte zugleich klar sein: im italienischen wird "ch" wie ein "k" gesprochen, so dass der Wein korrekt "Kianti" ausgesprochen wird.

Anbaugebiet/Region
Generell bezeichnet der Begriff ein streng reglementiertes und abgegrenztes Anbaugebiet in der Toskana rund um die italienische Stadt Pisa. Synonym wird der Name Chianti auch für alle Weine dieses Gebiets verwendet. Allerdings haftete den Weinen in Deutschland jahrelang ein bescheidenes und extrem billiges Image in bastummantelten Flaschen an.

Das traditionsreiche Gesamtanbaugebiet Chianti ist in mehrere kleine Regionen unterteilt (eine Karte findest Du unter Wikipedia). Nur die Weine, die aus dem Gebiet zwischen Florenz und Siena stammen, dürfen sich Chianti Classico oder Chianti Classico Reserva nennen (leicht zu erkennen am schwarzen Hahn auf der Kapsel). Der Zusatz Reserva bezeichnet die gesetzliche Anforderung, dass der Wein für mindestens zwei Jahre in Eichenholzfässern gelagert wurde. Daneben gibt es in alphabetischer Reihenfolge noch Chianti Colli Aretini, Chianti Colli Fiorentini, Chianti Colli Pisane, Chianti Montalbano, Chianti Montespertoli, Chianti Rufina und Chianti Putto.
Die hochwertigsten Weine stammen in aller Regel aus den Gebieten Chianti Classico, Rufina und Coli Fiorentini.

Qualitätsstufen
Alle benannten Anbaugebiete der Region Chianti sind als Qualitätsweingebiete klassifiziert und tragen das DOC-Siegel (Denominazione di Origini Controllata = kontrolliertes Anbaugebiet). Daneben stehen die Lagen Classico und einzelne Lagen von Rufina und Coli Fiorentini im höheren Qualitätsweinstatus DOCG (Denominazione di Origini Controllata e Garantita = kontrolliertes und garantiertes Anbaugebiet). Diese Weine sind am einfachsten an der rosafarbenen Banderole am Flaschenhals zu erkennen. ABER um es ganz deutlich zu sagen: DOC und DOCG sind kein unbedingtes Siegel für Qualität. Der Name des Weinguts bzw. des Winzers sind einzig und allein entscheidend für die Qualität des Weins.

Wenn Du "nur" das Anbaugebiet Chianti auf dem Etikett liest, hast Du in aller Regel einen einfacheren Wein in der Flasche. Entweder liegt das Weingut außerhalb eines der (willkürlich) abgegrenzten Anbaugebiete, oder der Wein konnte die strengen Kriterien des jeweiligen Anbaugebiets nicht erfüllen und musste daher als "einfacher" Chianti abgefüllt werden. Um das Ganze noch ein wenig verwirrender für Dich zu machen, gibt es seit 2005 auch noch die Qualitätsstufe Chianti Superiore DOC. Das heißt aber nicht, dass der Wein gleich super ist. Vielmehr steht Superiore für Weine mit einem etwas höheren Alkoholgehalt, geringerer Säure und weniger Restsüße als die Weine der Chianti DOC. Übrigens, auch der Zusatz Reserva auf dem Etikett ist nicht zwingend ein Indiz für Qualität, sondern bringt nur zum Ausdruck, dass der Wein länger im Holzfass gelagert wurde.

Rebsorten
Allen Weinen ist gemein, dass sie ausschließlich Rotweine sind und in unterschiedlichen Anteilen aus der roten Rebsorte Sangiovese bestehen - je nach Anbaugebiet zwischen 75 und 90% und im Gebiet Chianti Classico auch zu 100%. Sie sind in der Regel ein Verschnitt (Mischung) aus Sangiovese und aus bis zu zwei weiteren Rebsorten (seit 2006 Cabernet Sauvignon und/oder Canaiolo). Interessanterweise ist für den internationalen Verkauf in der Qualitätsstufe Chianti DOC auch die Kombination aus Sangiovese, Cabernet Sauvignon und Merlot zugelassen. Und weißt Du warum? Diese Mischung wird gewählt, um dem Geschmack des amerikanischen und europäischen Markts zu entsprechen und ist zudem dem enormen Erfolg der sogenannten Super-Toskaner gezollt.

Fazit
Wirklich gute Chianti zu finden, ist nicht unmöglich. Viele Chianti zählen zu den absoluten Top-Weinen der Weinwelt mit hoher Lagerfähigkeit; aber sie haben auch einen stolzen Preis. Aber wie immer gilt: nur Dein Geschmack entscheidet. Solltest Du weitere Fragen oder Anmerkungen zum Thema haben, steht Dir wie immer das Kommentarfeld zur Verfügung.


1 Kommentar:

liss hat gesagt…

Hallo Huub,
habe lange überlegt wo ich meinen Eintrag poste: unter Tschianti oder unter Deinen Wine&Dine Tipps ;-)
Endlich habe ich Zeit gefunden in Hoddows Gastwerk zu gehen. Zu einem Chianti Classico 2007 (in der Nase hatte er Noten von Brombeere und schwarzer Johannisbeere, dazu ein Hauch von Vanille) habe ich Lammrücken und Kartoffelragout gegessen. Ein Nachtisch (Marzipan Creme Brulée) „musste“ zum Abschluss noch sein ;-) Wer noch nicht dort war, die Speisekarte wechselt regelmäßig und ein Besuch lohnt sich!!

Liebe Grüße,
liss