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Aus der Welt des Weins

Weinprobe für Festtagsweine (2)

Zu Beginn der Fortsetzung eine Frage an Dich: Was verbindest Du mit dem Begriff Festtagsweine? Je länger ich über das Wort nachdenke, desto schwankender werde ich in meinen eigenen Assoziationen. Kommentare zu diesem Thema sind daher sehr willkommen - auf geht's, lasse mich und andere Leser Deinen Kommentar lesen!

Während wir den Champagner genossen, hatten wir ein wenig Zeit die Liste der zu verkostenden Weine zu studieren. Weine aus Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien warteten darauf von unseren Augen, Nasen und Gaumen (oder heißt der Plural Gäumen???) in Empfang genommen zu werden. Die Vielfalt der angebotenen Weine versprach eine interessante Weinreise, zumal alle Weine (bis auf einen) im scheinbar richtigen Alter angeboten wurden. Du ahnst es sicher schon: das Wort 'scheinbar' im vorherigen Satz verspricht nichts Gutes.

Zunächst zu den Weißweinen, es standen vier Weine zur Auswahl, die zwischen 22,90 und 39,90 Euro kosten sollten. Der günstigste Wein von Phillipp Kuhn - Pinot Blanc Kirschgarten GG trocken 2008 war dabei mein Favorit. Hingegen war der teuerste Weißwein des Quartetts eher ein Reinfall. Der 2000er Smith Haut Lafitte, Bordeaux betörte zunächst durch eine wunderbar fruchtige Nase mit leichten Anklängen von frischer Minze. Aber eben diese Minze erwies sich anschließend auf der Zunge als äußerst aggressiv und störend...

Die Auswahl der Rotweine war insgesamt üppiger und die Verkaufspreise rangierten zwischen 7,90 und 44,90 Euro. Es wäre sicher müßig hier jeden Wein zu charakterisieren, allerdings mag ich auch hier einige Verkostungsnotizen nicht vorenthalten.


Gigondas 2006 von Xavier Saint Francois, Rhône
Verkaufspreis 16,90 Euro
  • Eine nahezu überbordende Kirschfrucht, die am Gaumen an Eckes Edelkirsch-Likör erinnerte. Bei einigem 'Kauen' des Weins zeigte er Anklänge von Mandel aber leider auch von Kernseife! Da bekam der Spruch: den Mund ausspülen gleich eine ganz neue Dimension. Brrrrrrrr ....

Crozes-Hermitage Les Galets 2007
von Dom. Des Hauts Ch., Rhône - Verkaufspreis  17,90 Euro

  • Die Nase war alles andere als lecker - der Wein erinnerte mich brutal an heiße Schwefelquellen. Sollte ich diesen Wein wirklich noch probieren wollen? Todesmutig stellte ich meine Leber in den Dienst dieses WeinBlogs und schmecke da: der Wein ist wunderbar cremig und offenbart einen ganzen Korb von roten und dunklen Beerenfrüchten. Nase zu und runter mit dem Tropfen...

LN Saumur Champigny 2003 von Bouvet-Ladubay, Loire
Verkaufspreis  19,90 Euro

  • Rotweine von der Loire sind in Deutschland eher selten anzutreffen, der von manchem Gaumen als eigensinnig empfundene Geschmack dieser Weine aus 100% Cabernet Franc könnte ein Hinweis darauf sein. Mir persönlich hingegen gefallen diese Tropfen in aller Regel... Diesem Wein stehe ich rückwirkend betrachtet eher zwiespältig gegenüber. Neben den typischen Aromen von grüner Paprika verströmte dieser Wein intensive Wald- und Pilzgerüche. Da wird es eher schwierig die richtige Wein-Speisen-Kombination zu finden.

Pegasos Barrancos de Pizzara 1999
von Telmo Rodriguez, Castilla (Spanien) - Verkaufspreis 24,90 Euro
  • Es verwunderte mich nicht, dass dieser zehn Jahre alte Wein Sherry-Aromen im Glas aufwies. Das ist für gereifte Weine aus Spanien ein recht häufig vorkommender (wenn nicht sogar typischer) Duft. Der erste Schluck war angenehm auf der Zunge, offenbarte aber nach wenigen Sekunden extrem aggressive grüne Tannine, die den Wein aus meiner Sicht zu alles anderem als zum festtäglichen Trinkvergnügen machen ...
Château Charmail 2005, Haut-Médoc - Bordeaux
Verkaufspreis 24,90 Euro
  • Um es kurz zu machen: Wenn Du auf der Suche nach einem tollen Rotwein bist, der sowohl solo getrunken als auch zu vielen Fleischgerichten getrunken Spaß macht, dann bist Du bei diesem Wein goldrichtig aufgehoben. Für meine Begleiter und mich war der Wein dieses Weingutes das Highlight des Abends. Typische Nase, weiche und zugleich volle Frucht, mittlerer Körper, seidenweiche Tannine und ein schöner langer Abgang. Genießer-Herz was willst Du mehr. Bei dem Preis lohnt es sich mehr als eine Flasche zu kaufen, zumal der Wein sicher noch Potenzial für mindestens fünf weitere Jahre bietet.
Carbrida 2005 von Capcanes, Montsant (Spanien)
Verkaufspreis 39,90 Euro
  • Das zweite Highlight von mir und meinen Begleitern bescherte uns dieser edle Tropfen. Die Kellermeister schielten bei diesem Wein nicht auf die typischen spanischen Qualitätsstufen (Tinto, Crianza, Reserva oder Gran Reserva), sondern bauten den Wein so aus, wie sie es für richtig hielten. Und der Erfolg gibt Ihnen mehr als recht. Dieser Wein ist ideal, um ihn zum Ausklang eines festlichen Abends zu genießen. Einschenken, die mannigfaltigen Aromen genießen, den mittelschweren samtenen Körper auf der Zunge zergehen lassen und träumen. Träumen vom nächsten Urlaub in Spanien...
Bitte beachtet, dass meine Verkostungsnotizen rein subjektiver Natur sind - das heißt, sie haben keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit! Weine, die mir nicht gefielen sind deswegen nicht von schlechter Qualität! Umgekehrt müssen unsere Favoriten des Abends nicht zwingend zu Deinen Favoriten werden.
Wer nun noch wissen möchte, wo die Weine zu erhalten sind, der darf mich gerne per Email fragen.

Kommentare:

Ally hat gesagt…

Hallo Huub,
nun versuche ich es mal wieder mit einem Kommentar. Hoffentlich klappt es.
Du hast einen ganz tollen Würfel mit den Bildern entworfen. Gefällt mir.
Gruß, Ally

jan_van_holland_hh hat gesagt…

Hallo Huub,

mmmh, was soll mir das Stichwort Festtagswein sagen? Je länger ich darüber nachdenke desto weniger.
Was ist ein Festtagswein? Darf ich den Wein nur an Festtagen trinken? Darf ich ihn nur zum Essen trinken? Kommt eine größere Lieferung und das Sammelsurium im Weindepot musste einfach einen Namen bekommen?

Und zu den beliebtesten Weihnachtsessen wie Kartoffelsalat mit Würstchen oder Grünkohl schmeckt mir persönlich ein Bier immer noch am besten ;-)))

Huub, tue mir bitte einen Gefallen und nenne das Thema Deiner Weinseminare niemals "Festtagsweine" ;-))

jvh

ophelia...ls hat gesagt…

Hi Huub,

nun auch mal von mir meine ungefilterten Gedanken zum Thema…zugegebenermaßen ohne Plan und sehr diffus:

Also...bei mir erzeugt der Begriff 'Festtagswein' kein positives Gefühl - wirklich nicht!
Was soll das sein?

Ein höherpreisiger Wein, den man unter diesem Titel besser verkaufen kann? Böse!
Ein besonders guter Wein, der zu besonderen Anlässen die Gaumen (;-)) kitzeln soll? Soll der Begriff mir dann die Auswahl erleichtern? Komisch!
Und warum stellt sich die Frage gerade jetzt, kurz vor Weihnachten? *grübel* Ich mag Weihnachten, keine Frage, aber was ist mit den anderen kleinen und großen ‚Festen’, die das Leben ab und an für mich bereit hält? Oder nehme ich das sonst einfach nicht wahr?
Ach ich weiß es auch nicht…aber all diese Gedanken jedenfalls sorgen bei mir nicht gerade dafür, dass mein Herz aufgeht, wenn ich den Begriff ‚Festtagswein’ höre…

Huuuuuuub, aber nun sag doch mal, was macht einen Wein denn zu einem Festtagswein oder soll ich besser fragen wer?

Lieben Gruß

Ophelia

Huub Dykhuizen hat gesagt…

Hallo Jan,
Hallo Ophelia,

nehmt es mir bitte nicht übel, dass ich Eure beiden Kommentare nicht einzeln sondern in Einem beantworte. Denn ich denke, dass Ihr Beide so denkt wie ich: der Begriff Festtagswein ist nichts anderes als ein Marketing-Gag. Denn es gibt nicht wirklich ein einziges Kriterium, dass einen Wein zum Festtagswein macht oder ausschließt. Auch in meinen Augen geht es nur um Eines: Reibach machen...

Euer Huub

mr_spock hat gesagt…

kann nicht jeder wein zu einem "festtagswein" werden???

ich erhebe doch den wein in den status "festtagswein" - dadurch dass ich einen wein zu einem besonderen anllass geieße - und das muss ja zwangsläufig weihnachten oder dergleichen sein - manchmal sind doch die eigenen fesstage die viel wichtigeren - neuer job - persönliche erfolge und dergleichen

und an, zu diesen anlass getrunkenen wein, erinnerer ich mich bestimm noch sehr lange -

meine eigene spock-definition von einem festtagswein......


auf marketing gebe ich nicht immer was - siehe weinschränke..